Warum sagen wir ich kann Berge versetzen)
etwas fast Unmögliches erreichen
Die Wendung tritt in vielen Bibelstellen zu Tage und bezieht sich stets darauf, dass man mit Glauben Berge versetzen kann (Matth. 17, 20; Mark. 11, 23). Im deutschen Sprachraum wurde die Wendung erst durch Luthers Bibelübersetzung bekannt.
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Woher kommt der Ausspruch “etwas an die große Glocke hängen”?
eine vertrauliche Information öffentlich verbreiten, eine Sache aufbauschen
Die Glocke rief im Mittelalter zu Gerichtsversammlungen. Dort wurden private Fehden dann öffentlich ausgetragen und gelegentlich auch aufgebauscht. Wer die große Glocke läutet, wusste um diese Konsequenz und nahm sie in Kauf.
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Warum sagen wir “einer Sache ein Mäntelchen umhängen”.
etwas Negatives als harmlos/einwandfrei darstellen
Der Mantel als Symbol des Verhüllenden und Beschützenden hat sich auch in der alten Rechtsauffassung niedergeschlagen. Nach den Rechtsvorschriften des Sachsenspiegels konnten uneheliche Kinder nachträglich dadurch legitimiert werden, daß sie während der Trauung unter dem Mantel der Braut getragen wurden. Sie wurden dadurch den ehelichen Kindern völlig gleichgestellt.
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Woher kommt der Ausspruch “wie Pech und Schwefel zusammenhalten”
in einer Meinung unzertrennlich sein, zusammenhalten
Pech und Schwefel stellen eine Verbindung dar, die besonders lange und intensiv brennt. Vor allem in der Bibelsprache und in mittelalterlichen Vorstellungen von der Hölle spielen die beiden Stoffe daher eine große Rolle.
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Warum sagen wir “du kannst das Gras wachsen hören”!
sehr sensibel sein – gut informiert sein
Die Redensart ist seit dem 15. Jh. nachweisbar und wird seit einiger Zeit abschätzig auf überkluge Personen bezogen. Der Aspekt der Weisheit und der Informiertheit taucht erst Mitte des 17. Jh. auf.
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Woher kommt der Ausspruch “in den Wind reden / sprechen”?
jmd. versuchen zu überreden, aber ohne Erfolg
Diese Wendung ist eine alte rhetorische und poetische Formel, die schon bei Ovid (röm. Dichter, 43 v. Chr. – 18 n. Chr.) und Lukrez (röm. Dichter, 97 v. Chr. – 55 n. Chr.) zu finden ist. Luther hat die antike Formel wieder entdeckt und sie verwendet, um eine Stelle des ersten Korintherbriefes zu übersetzen. Dadurch wurde die Formel auch wieder populär. Überhaupt hat die Wendung in den Wind dieselbe Bedeutung wie ein Schlag ins Wasser, nämlich die Sinn- und Nutzlosigkeit.
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Woher kommt der Ausspruch “jemand gewogen sein”?
jemandem Freund sein
Die Waage ist das Sinnbild für gerechten Ausgleich und die Unparteilichkeit. Wenn sich diese Waage, bildlich gesprochen, auf die Seite einer Person neigt, dann bedeutet dies, daß diese Person zusätzliche positive Aspekte in die Waagschale werfen kann. Eine andere Deutung der Wendung geht in die Richtung, daß man sich vorstellt, gefühlsmäßig ausgeglichen zu sein, das heißt nicht für die eine oder die andere Person auszuschlagen. Dieses übermittelte Bild der charakterlichen und moralischen Bewertung ist uralt. Man kann es auch schon im Alten Testament, in “Menetekel” finden ( Buch Daniel 5, 25 – 27): “Eine geheimnisvolle Hand hatte an die Wand des Palastes des Königs Belsazar die Worte > Mene Tekel < geschrieben. Keiner der Weisen des Königs konnte diese deuten, bis auf Daniel. Seine Deutung war: Mene, das ist: Gott hat dein Reich gezählt und vollendet…., Tekel, das ist: man hat dich in einer Waage gewogen und zu leicht gefunden.”
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Woher kommt der Ausspruch mit jemand deutsch reden?
jemand klar und offen die Meinung sagen
Diese Redensart ist seit dem 15. Jh. bekannt und verwendet das Wort Deutsch noch in seiner ursprünglichen Bedeutung, nämlich verständlich oder besser volkstümlich. Damit war zur Zeit Karls des Großen bereits eine Abgrenzung gegenüber den romanischen Sprachen, besonders aber gegenüber dem Lateinischen verknüpft. Dies gilt auch für das späte Mittelalter und die frühe Neuzeit, in der Latein als Gelehrtensprache weitergelebt hat und dem Volk unverständlich war. Diese Abgrenzung lebt auch in den Ausdrücken Angler- und Jägerlatein weiter.
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Warum sagen wir jemand die Hölle heiß machen?
Jemand streng ermahnen, zur Arbeit anhalten, jemand zusetzen
Die Hölle wird als Ort des Feuers beschrieben, wo Pech und Schwefel brennen. Auch die Hitze, Flammen und die Glut sind sprichwörtlich weit verbreitet. Schon bei Luther findet sich der Ausdruck jemand die Hölle heiß machen, allerdings mit einem starken theologischen Bezug. Erst Goethe verwendet dann die Wendung in der Bedeutung von Bedrängung.
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Warum sagen wir!
Ich hoffe, daß ihr nicht eure Fahne nach dem Winde dreht, sondern allen die Hölle heiß macht, die zwar Stein und Bein schwören, nur das Beste tun zu wollen, die aber nicht deutsch mit euch reden. Dann würde ich vor euch den Hut ziehen.
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